Inverse einer Matrix bestimmen
Gauß-Jordan-Elimination an [A | I], die Adjunkten-Formel und die 2×2-Abkürzung — samt der Bedingungen für Invertierbarkeit.
Die Inverse A⁻¹ einer quadratischen Matrix macht deren Wirkung rückgängig: A·A⁻¹ = A⁻¹·A = I. Sie existiert nur, wenn det(A) ≠ 0 ist. Eine Matrix mit Determinante null heißt singulär und hat schlicht keine Inverse — keine große, keine genäherte, gar keine.
Die 2×2-Abkürzung
Hauptdiagonale tauschen, Nebendiagonale im Vorzeichen umdrehen, durch die Determinante teilen:
| a | b |
| c | d |
| d | −b |
| −c | a |
Gauß-Jordan an der erweiterten Matrix
Das ist das allgemeine Verfahren und das, welches unser Rechner Schritt für Schritt zeigt. Schreiben Sie A neben die Einheitsmatrix und formen Sie um, bis die linke Hälfte die Einheitsmatrix ist. Was aus der rechten Hälfte geworden ist, ist A⁻¹:
| 4 | 7 | 1 | 0 |
| 2 | 6 | 0 | 1 |
| 1 | 0 | 3/5 | −7/10 |
| 0 | 1 | −1/5 | 2/5 |
Wird links irgendwann eine Zeile komplett null, hören Sie auf: Die Matrix ist singulär, eine Inverse gibt es nicht.
Die Adjunkten-Formel (Kofaktoren)
A⁻¹ = adj(A) / det(A), wobei die Adjunkte die Transponierte der Kofaktormatrix ist. Bilden Sie die Kofaktormatrix C(i,j) = (−1)^(i+j)·M(i,j), transponieren Sie sie und teilen Sie durch die Determinante.
Elegant, und Beweise arbeiten damit — aber sie verlangt n² Determinanten der Größe n−1. Oberhalb von 3×3 nehmen Sie Gauß-Jordan.
Nützliche Proben und Eigenschaften
- Immer prüfen: Ergebnis mit der Ausgangsmatrix multiplizieren und die Einheitsmatrix bestätigen.
(A·B)⁻¹ = B⁻¹·A⁻¹— die Reihenfolge dreht sich um.(Aᵀ)⁻¹ = (A⁻¹)ᵀ- Bei einer orthogonalen Matrix gilt
A⁻¹ = Aᵀ, das Invertieren ist damit gratis. - Für
Ax = bnicht erstA⁻¹berechnen und dann multiplizieren. Formen Sie stattdessen[A | b]um — weniger Operationen und numerisch genauer.